Der folgende Text ist die Präambel unserer Geschäftsordnung. Er beschreibt, auf welcher Basis wir zusammen kommen und wo wir gemeinsam hin wollen:

Die arbeitende Klasse und die ausbeutende Klasse haben keine gemeinsamen Interessen. Es kann keinen Frieden geben, solange Hunger und Not unter Millionen von Arbeitenden zu finden sind und die wenigen, aus denen die ausbeutende Klasse besteht, alle guten Dinge des Lebens besitzen. Zwischen diesen Klassen muß der Kampf weitergehen, bis die Arbeiter der Welt sich als eine Klasse organisieren, die Produktionsmittel in Besitz nehmen, das Lohnsystem abschaffen und in Einklang mit der Erde leben.
Wenn wir uns als Gewerkschaft bezeichnen, dann meinen wir etwas fundamental anderes als jene staatstragenden Gebilde, die aus der Gewerkschaftsbewegung eine öde Veranstaltung gemacht haben, deren eigentliche Funktion – neben der Versorgung eines satten Funktionsärsapparats – die reibungslose Integration der ArbeiterInnen in die Produktion ist. Was wir im Gegensatz dazu aufbauen wollen, ist der selbstorganisierte und kreative Zusammenschluss der ArbeiterInnen eines Betriebs und einer Branche. Das wird nicht von heute auf morgen geschehen, sondern nur durch gewissenhafte und beharrliche Organisierung an der Basis.
Die Interessen der arbeitenden Klasse können nur verteidigt werden, wenn alle Beschäftigten einer Branche, oder – wenn nötig – aller Branchen, aufhören zu arbeiten, wann immer irgendwo ein Streik oder eine Aussperrung stattfindet. Ein Unrecht an einem (und einer) ist ein Unrecht an allen.
Anders als es der historische englische Name vielleicht suggeriert, sind die Wobblies seit 1905 nicht nur eine Gewerkschaft für IndustriearbeiterInnen (Industrial Workers), sondern für alle Arbeiter, also für alle Frauen und Männer, die als Lohnabhängige, (schein)selbständige Arbeiter oder Arbeitslose keine andere Wahl haben, als ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Der Kapitalismus spielt die ArbeiterInnen der Welt und ihre verschiedenen Lebens- und Arbeitsbedingungen gegeneinander aus. Um die Macht des global agierenden Kapitals zu brechen, gibt es kein anderes Mittel als die Globalisierung von unten, den solidarischen und Grenzen sprengenden Zusammenschluss von ArbeiterInnen aller Kontinente.